Ja zur Integration der 16- und 17-Jährigen in die Politik
Die demografische Entwicklung zeigt deutlich, dass der Anteil älterer Stimmberechtigter kontinuierlich zunimmt. Vor diesem Hintergrund setzt sich die EVP Graubünden dafür ein, der jüngeren Generation schon frühzeitig eine politische Stimme zu geben.
In den Schulen wird das politische System zwar theoretisch vermittelt, bis zur tatsächlichen Volljährigkeit vergehen jedoch meist mehrere Jahre. Erhalten junge Erwachsene dann zum ersten Mal ihre Unterlagen, führt dies mangels Praxis oft zu Unsicherheiten. Die EVP Graubünden ist überzeugt, dass der Umgang mit unserer Demokratie nicht nur theoretisch bleiben darf, sondern praktische Anwendung verlangt.
Ob Jugendliche schlussendlich an Wahlen und Abstimmungen teilnehmen, bleibt ihnen selbst überlassen. Es ist jedoch an der Zeit, politisch interessierten 16- und 17-Jährigen das Werkzeug in die Hand zu geben, um ihre eigene Zukunft mitzugestalten. Gerade in kommunalen und kantonalen Angelegenheiten, zu denen die Jugendlichen oftmals einen direkteren Bezug haben, bietet es sich an, ihnen eine Stimme zu geben und ein praktisches Übungsfeld zu bieten, bevor sie mit der Volljährigkeit auch volle Verantwortung als Stimmbürger übernehmen.
Empfehlung: Ja zur kantonalen Volksabstimmung Stimmrechtsalter 16
Nein zu aussenpolitischen Scheuklappen
“Kein Krieg und darum ein Ja zur Neutralitätsinitiative?" So einfach ist das nicht, findet die EVP Graubünden, und empfiehlt die Initiative zur Ablehnung.
Die Neutralität der Schweiz ist ein historisch gewachsenes und wertvolles Gut. Sie schützt unser Land vor einer direkten Verwicklung in internationale Konflikte und ermöglicht es der Schweiz, mit ihren Guten Diensten aktiv zum Frieden beizutragen. Die bisherige Verankerung der Neutralität gibt uns dabei die nötige Sicherheit und Flexibilität.
Die Neutralitätsinitiative geht aus Sicht der EVP Graubünden jedoch zu weit. So wären beispielsweise gemeinsame militärische Übungen mit der NATO nur noch bei einem unmittelbar bevorstehenden Angriff möglich. Dann wäre es zu spät, denn Sicherheit braucht Austausch, Zusammenarbeit und Vorbereitung.
Die Initiative würde unsere Möglichkeiten einschränken, auf schwere Völkerrechtsverletzungen mit Sanktionen oder anderen friedlichen Gegenmassnahmen zu reagieren. Neutralität darf nicht bedeuten, bei Krieg und Unrecht wegzuschauen.
Empfehlung: Nein zur Neutralitätsinitiative
Nein zur übertriebenen Selbstversorgung
Die Ernährungsinitiative greift wichtige Anliegen wie den Erhalt von Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität und Trinkwasser auf – Ziele, für die sich die EVP Graubünden ebenfalls einsetzt. Die konkrete Forderung geht aus Sicht der EVP Graubünden jedoch zu weit und sie empfiehlt deshalb die Vorlage zur Ablehnung.
Ein Selbstversorgungsgrad von 70 Prozent innerhalb von zehn Jahren würde eine massive und kaum realisierbare Umstellung der Schweizer Landwirtschaft und Ernährungsgewohnheiten erfordern. Zwar unterstützt die EVP Graubünden eine nachhaltige und vermehrt pflanzliche Produktion, doch die dafür notwendige Veränderung braucht mehr Zeit. Zudem besteht die Gefahr, dass die Initiative zu einer Verlagerung der tierischen Produktion ins Ausland führt: Wenn die Schweizer Tierproduktion zurückgeht, der Konsum tierischer Produkte aber nicht im gleichen Ausmass sinkt, müssten Fleisch, Milchprodukte oder Eier vermehrt importiert werden.
Die EVP Graubünden ist offen für konstruktive Lösungsansätze, die einen Wandel in der Landwirtschaft bewirken können. Aufgrund der landschaftlichen Gegebenheiten der Schweiz, mit vielen für den Ackerbau ungeeigneten Grasflächen, gerade in Berggebieten wie Graubünden, ist aber die von der Initiative geforderten massive Einschränkung der Nutztierhaltung nicht sinnvoll.
Empfehlung: Nein zur Ernährungsinitiative