Davos: Stimmvolk stoppt Grossprojekt

Davos: Stimmvolk stoppt Grossprojekt

Der Davoser Souverän hat die «Verkehrsdrehscheibe» abgelehnt – entgegen der Empfehlung von Grossem und Kleinem Landrat. Die EVP Davos, die als einzige Partei die Nein-Parole beschlossen hatte, sieht sich in ihrer Einschätzung bestätigt. Das Projekt war zu gross gedacht und verfügte über zu wenig Unterstützung von profitierenden Firmen, es fehlte bisher an klaren Entwicklungsschritten und das Projekt wäre für die Gemeinde sehr teuer zu stehen gekommen. Es braucht jetzt einen Neuanfang, wie es mit der unbefriedigenden Verkehrssituation im Dorf weitergehen soll. Auch beim Spital Davos werden viele Diskussionen um die Zukunft des Betriebs und des geplanten Neubaus zu führen sein. Der Entschuldung des Spitals stimmten die Wählenden zwar letztlich zu, aber angesichts der Ja-Empfehlung von Regierung, Parlament und sämtlicher Ortsparteien war der Nein-Anteil bedenklich hoch.

Die EVP Davos ist einerseits erfreut, dass das Stimmvolk ihre Einschätzung teilt, dass das Projekt «Verkehrsdrehscheibe» in der präsentierten Form nicht überzeugend war. Andererseits steht die grosse Frage nach dem Plan B im Raum, wie es nun weitergehen soll. Der Status Quo stellt niemanden zufrieden. Die EVP hofft, dass einzelne Punkte der Vorlage, welche sich auch ohne Bahnhofsverschiebung umsetzen lassen, trotzdem weiterentwickelt werden. Z.B. eine sinnvollere Anordnung der Bushaltestellen beim bestehenden Bahnhofsareal oder die Zusammenführung von Seehofseeli-Areal und Theodul-Park durch eine Änderung der Strassenführung sowie eine Verlagerung der oberirdischen Parkplätze in ein Parkhaus, um nur drei Beispiele zu nennen. Künftige Planungsprozesse müssen professioneller geführt werden – mit klaren Zielen, verlässlicher Kostenkontrolle und einem transparenten Zeitmanagement.


Bei der Frage nach der Entschuldung des Spitals wertet die EVP Davos das Abstimmungsresultat als Warnsignal. Die kritischen Argumente und Bedenken der EVP zum Spitalbetrieb und der künftigen Investitionstätigkeit wurden offenbar vom Stimmvolk geteilt. Es gab zwar keine realistische Alternative zur Übernahme der Schulden durch die Gemeinde als Alleineignerin, folglich wurde der Vorlage zugestimmt. Aber über 25 % Nein-Stimmen interpretiert die EVP Davos auch aufgrund von Rückmeldungen aus der Bevölkerung als Protest-Stimmen, dass es so nicht weitergehen darf. Spital und Gemeinde müssen diese Stimmen ernst nehmen. Entscheide zum laufenden Betrieb und zum geplanten Neubauprojekt sind sorgfältig zu überprüfen. Aus Sicht der EVP braucht es eine Optimierung der Bettenzahl, eine konsequente Reduktion der geplanten Baukosten sowie eine Wiederbelebung des Programms 65-25-10 – Kostendisziplin kombiniert mit einer gezielten Verbesserung der Erträge.